• Eine Aachener Sage

    Ich kann mich so schlecht von Papier trennen, und wenn es auch nur eine Brottüte ist. Da ich auf meinem Tripp nach Aachen auch bei der Nobis-Bäckerei, die es seit 1858 gibt, eingekauft habe,  blieb diese Tüte übrig, auf der Folgendes steht:

     

    Der Dombau zu Aachen -

    oder wie die Aachener den Teufel überlisteten

    Karl der Große wollte in seinem Hauptsitz Aachen die größte und schönste Kirche bauen, die man nördlich der Alpen je gesehen hatte. Er bestellte die geschicktesten Handwerker und die besten Materialien nach Aachen, und die Arbeiten kamen zunächst gut voran.

    Dann aber zog Kaiser Karl in den Krieg gegen die Sachsen und beauftragte den Stadtrat, die weiteren Bauarbeiten zu überwachen. Es kam, wie es kommen musste: der Stadt ging das Geld aus, denn der Dombau und der Krieg waren teuer. Die Stadtväter waren ratlos - woher sollten sie das Geld nehmen, um den Dom fertig zu bauen? Müssten sie es sich gar vom Teufel leihen?

    Und tatsächlich:  Auf der nächsten Ratssitzung erschien ein feiner, unbekannter Herr und bot den Aachenern das nötige Geld. Nur eine kleine Gegenleistung forderte er dafür: Die erste Seele, die den fertigen Dom betreten würde, sollte ihm gehören.

    Bei diesen Worten wurden die Herren ganz blass, denn sie hatten offensichtlich ein Angebot des Teufels bekommen! Doch was bliebe ihnen anders übrig, als es anzunehmen?

    Mit dem Teufelsgold schafften sie das Wunder: Als Karl der Große nach Aachen zurück kam, war seine prächtige Kirche fertig. der Kaiser war stolz auf den Stadtrat, doch der hatte längst andere Sorgen: Denn die Seele, die der Teufel für sein Geld bekommen sollte, war die von Papst Leo III.  Er würde als ranghöchster Geistlicher als erster die Kirche betreten, um sie zu weihen. Das war unvorstellbar!

    In letzter Minute hatte ein schlauer Mönch die rettende Idee: Wo stand denn geschrieben, dass es sich um eine menschliche Seele handeln müsste?

    Kurzentschlossen jagten die Aachener vor der Weihe einen Wolf in den Dom. Der Teufel lauerte bereits hinter der Tür in der dunklen Kirche, stürzte sich gleich gierig auf den ersten Besucher und riss ihm blindlings die Seele aus dem Leib. Als er seinen Irrtum bemerkte, wurde er sehr zornig. Wutentbrannt stürzte er aus dem Münster und schlug das schwere Portal so fest hinter sich zu, dass es einen Riss bekam und dem Teufel einen Daumen abquetschte. Der Finger fiel in den Türknauf, wo man ihn - inzwischen eisenhart geworden - noch heute fühlen kann.

    Wolf  

    Im Vorraum des Domes erinnern zwei Bronzefiguren an den Wolf und seine Seele.

     

    Und ich kann euch versichern, dass der Daumen des Teufels in der Tür steckt, ich habe ihn auch gefühlt.

    (so, und jetzt werfe ich die Brottüte weg!)


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  • Commentaires

    3
    karinkornelia Profil de karinkornelia
    Vendredi 29 Octobre 2010 à 20:14

    Verdammt, ich war heute Nachmittag an meinem geliebten Papiercontainer, da ist nicht viel zum Ausstellen.


    Soll ich morgen noch etwas einkaufen? Falls du morgen noch in den Supermarkt gehst, holst du auch noch eine packung Rouleaux au fromage? Wenn nicht, ist es auch egal.


    Und da wir gerade beim Thema sind, was wollt ihr Sonntag essen?


     

    2
    hdor Profil de hdor
    Vendredi 29 Octobre 2010 à 15:14

     Die idée mit der Ausstellung ist sehr gut, aber leider habe ich die Tüte schon entsorgt.

    ich gucke mal bei dir im papiermüll nach, ja?

    die haferflocken von Kölln Kernige , die sieht auch schön aus und die Tüte vom Zwieback mit dem rotbäckigen Kind drauf ..

     

    Wenn du willst, bringe ich dir den Chasseur sénégalais mit!

     

    1
    karinkornelia Profil de karinkornelia
    Jeudi 28 Octobre 2010 à 22:50

    Wirf die Tüte nicht weg, du kannst sie doch noch einem Schüler geben, damit er ein Referat darüber macht. Oder du rahmst sie und hängst sie in der Klasse auf, das erregt mehr Aufmerksamkeit als eine Fotokopie. Oder mach eine Ausstellung mit deutschen Verpackungen.

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